Fair Trade, fairer Handel oder Fairer Handel?


"Fairtrade", "Fair Trade", "Fairer Handel", "fair trade", "fairer Handel". Es kommt vor, dass diese Bezeichnungen als Synonime verwendet werden, obwohl sie keine sind. Was diese Begriffe eigentlich bedeuten und was ist ihre Geschichte? Das wollen wir Euch heute erläutern!


"Für mich ist Fair Trade viel mehr als nur ein Schlagwort. Es ist eine langfristige Verpflichtung, dank dem wir nachhaltige Entwicklung und marginalisierte Handwerker unterstützen" - Elias von Thai Tribal Crafts aus Thailand



"fair trade" oder "gerechter Handel" in Deutsch ist der breiteste Begriff von den oben genannten. Er beschreibt nämlich die allgemeine Idee, in der es um ehrliches und gerechtes Benehmen in Handelsbeziehungen geht.
„Fair Trade” (oder auch "Fairer Handel") ist ein engerer Begriff als "fairer Handel" und rückt von der Idee vor zu Taten, die sie verwirklichen. Fair Trade bezeichnet nämlich eine Initiative, die sich als Ziel setzt die Richtlinien des Ehrlichkeit im Handel in der Praxis umzusetzen, unter anderen durch verschiedene Organisationen und Zertifizierungs-Systeme für Produkte und Organisationen.
„Fairtrade” ist der engste Begriff von den genannten, der ein System für Zertifizierung bezeichnet, der zur Organisation Fairtrade International gehört. Andere Systeme sind unter anderen  Fairtrade, Naturland Fair, Fair for Life oder EcoCert Fair Trade.



Also ist "Fairer Handel" (oder "Fair Trade") mit einer Art Handel verbunden, der auf einer besonderen Grundlage stattfindet und kann sowohl Produkte und Dienstleistungen mit Siegel (Zertifikat), wie auch ohne, betreffen. Lasst uns zusammen einen Blick auf seine Geschichte werfen.


Heutzutage ist Fair Trade eine Initiative mit globaler Reichweite, die sich sehr dynamisch entwickelt und immer mehr Handwerker, Produzenten, Organisationen und Unternehmen engagiert. Im globalen Ausmaß ist seine Geschichte relativ jung.



Alles hat in den Vereinigten Staaten in der zweiten Hälfte der '40 Jahre des XX Jahrhundert begonnen, als die Organisation Ten Thousand Villages gemäß besonderer Regel Handwerk aus Puerto Rico abgekauft hat. Der erste, offizielle Fair Trade Laden wurde 1958 gegründet. In demselben Zeitraum hat die Initiative auch angefangen in Europa erste Anhänger zu sammeln, wo Oxfam UK chinesisches Kunsthandwerk verkauft hat. Ähnliche Initiativen sind auch in den Niederlanden entstanden. In der zweiten Hälfte der '60 Jahre wurde die Organisation Fair Trade Original in Dänemark gegründet und dort wurde Zuckerrohr unter dem Motto verkauft "Mit dem Kauf dieses Zuckerrohrs unterstützt du die Entwicklung von Bauern". Mit dem Laufe der Zeit sind andere Fair Trade Laden entstanden und zusammen mit ihnen auch Organisationen, die sich als Ziel gesetzt haben marginalisierte Produzenten zu fordern, um Handelsbeziehungen zu unterstützen, die auf Dialog und Partnerschaft basieren.




Abgesehen von Bottom-Up-Initiativen, hat Fair Trade angefangen im Kotext der internationalen Politik zu erschienen. Die zweite Konferenz UNCTAD (Konferenz der Vereinigten Nationen für Handel und Entwicklung) fand unter dem Leitmotiv "Trade not Aid" statt - "Handel statt Hilfe".
Die Entwicklung vom Fairen Handel (oder alternativem Handel, wie man diese Bewegung auch genannt hat) ab den '60 Jahren war hauptsächlich mit dem Handel als Antwort auf Armut und Katastrophen in Ländern des Globalen Südens verbunden. Viele Tätigkeiten wurden von religiösen Institutionen aus Westeuropa initiiert, die Produzenten und Produktion in politisch und ökonomisch marginalisierten Ländern organisiert haben, um später Produkte in die Länder des Globalen Nordens zu exportieren.




Die ersten Produkte, mit denen die Geschichte von Fair Trade verbunden ist, sind Handwerk. Mit dem Kauf durch Organisationen wurden Budgets von Handwerkern erheblich unterstützt und die Abkäufe wurden oft zur Hauptquelle des Lebensunterhalt. 1973 hat Fair Trade Original angefangen den ersten Fair Trade Kaffee von einer Genossenschaft von lokalen Bauern aus Guatemala nach Holland zu bringen. Heutzutage ist Kaffee einer der Produkte, der als erstes einfallen, wenn man von fair trade denkt. Der Erfolg von Fair Trade Kaffee hat andere Organsiationen dazu ermutigt, das Sortiment um Schockolade, Tee, Reis oder Zucker zu erweitern. Mit Laufe der Zeit wurden auch Blumen oder Baumwolle miteingebunden.



Ab der Hälfte der '70 Jahre haben Fair Trade Organisationen auf der ganzen Welt angefangen sich nicht offiziell zu treffen. Mit der Zeit wurde die Not größer, diese Treffen formal zu machen und somit wurde 1987 mit dem Beschluss der 11 größten Fair Trade Organisationen der Europäische Verband Fairer Handel ins Leben gerufen - European Fair Trade Association (EFTA) und zwei Jahre später die World Fair Trade Organisation (WFTO), ehemals als Internationale Föderation für alternativen Handel bekannt. Mit der Zeit sind auch regionale Abteilungen entstanden, wie WFTO Asia oder WFTO Africa.


Die Zusammenarbeit im Fair-Trade-Sektor ist sehr wichtig, da heutzuatge ein paar Organisationen auf globaler Ebene existieren, u.a. FLO (Fairtrade International), IFAT (WFTO), NEWS! und EFTA, die 1998 angefangen haben sich zu treffen, um ihren Mitgliedern Zusammenarbeit in den wichtigsten Bereichen zu sichern. Dieses Networking umfasst auch ORgansiationen auf regionaler Ebene, wie Ecota Fair Trade Forum in Bangladesh, Fair Trade Group Nepal, Associated Partners for Fairer Trade Philippines, Fair Trade Forum India, Kenya Federation for Alternative Trade (KEFAT), etc.




Die meisten Fair Trade Organisationen haben ein eigenes Zertifizierungssystem – Produkte oder Produzenten, die strenge Krieterien (auch finanzielle) erfüllen, können sich um ein entsprechendes Siegel bewerben.


Was für uns in der Fair Trade Bewegung sehr wichtig ist, ist dass es die traditionellen Regeln für Handel erschüttert und ein wichtiger Befürworter der Idee von fair trade ist, sowie der Veränderungen für mehr Gleichheit und Gleichgewicht in der Weltwirtschaft. Wir glauben auch, dass die Idee am wichtigsten ist. Und deshalb suchen wir selbst ständig nach neuen Produkten und Produzenten, die gemäß ihrer Richtlinien herstellen. Unabhängig davon ob mit, oder ohne, Siegel!


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