KOKOstoffe: Magisches Leinen

Leinen ist schon für sehr lange Zeit bekannt für besondere Eigenschaften und breite Verwendungsmöglichkeiten, auch im Modebereich. Wie aus der Pflanze Stoff wird und warum ist er so beliebt?

Wir sind große Liebhaber von natürlichen und möglichst umweltfreundlichen Stoffen, daher konnten Leinen-Projekte in unseren Kollektionen nicht fehlen. Leinen ist nicht nur einer der ältesten Stoffe der Welt, sondern trotz vergangenen Jahrhunderten immer noch einer der am meisten begehrten Stoffe!

Geschichte von Leinen

Leinen, eigentlich linum usitatissimum, ist eine der ältesten Pflanzen, die vom Mensch verwendet werden. In Latein bedeutet ihr Name "am meisten nützlich sein" und das sagt schon viel! Zuerst wurde Leinen als Nahrungsmittel angebaut, erst später als Textilpflanze. Obwohl die Geschichte der Verwendung als Textilien viele Tausende Jahre hat. Gefärbte Leinenfaser wurden in einer prähistorischen Höhle in Georgien gefunden, was darauf hinweist, dass man Leinenstoffe schon 36 000 Jahre her verwendet hat. Elemente von Samen, Faser und Garn, die aus 8000 v.Ch. stammen, wurden auch in der Schweiz gefunden. In antischen Ägypten konnto Leinen als Zahlungsmittel verwendet werden und wurde für Mummifizierung verwendet, denn es war ein Symbol für Licht und Reinheit, sowie Reichtum. Leinen-Bettdecken wurden sowohl in Ägypten, wie auch in Zweistromland hergestellt und für die höhsten sozialen Klassen vorbehalten, da sie besonders teuer war - der Anbau von Leinen, wie auch die Fertigung von Garn benötigte viel Aufmerksamkeit. Entlang Handelsrouten kam Leinen nach China, Indien und auch nach Irland. Belfast war während der viktorianischen Epoche das am meisten bekannte Leinen-Zentrum der Welt.

Von der Pflanze zum Stoff

Der Zyklus vom Leinen-Anbau ist kurz und dauert nur 100 Tage. Reife Pflanzen sind ca. 120 cm hoch und sind violett-blau oder weiß. I nEuropa wird Leinen meistens im März gesäht und im Juli geerntet. Um das ganze Potenzial der Pflanze beizubehalten wird Leinen nicht abgeschnitten, sondern zusammen mit den Wurzeln ausgegraben. Der traditionelle Verarbeitungsprozess hat ein paar Etappen - vom einweichen, hecheln und klopfen bis zum sortieren der Faser und kämmen. Die gesammelten Stiele werden eingeweicht - in dieser Zeit dank entsprechenden Bakterien, werden die weichen Teile der Pflanzen zerstört und es werden delikate, lange, elastische und dauerhafte Faser gelöst, die fast vollkommen aus Zellulose zusammengesetzt sind. Der getrocknete Stroh wird dann gehechelt, also durch zerquetschen und brechen der Stiele verarbeitet. Geklopfte und sortierte Faser werden dann gekämmt, damit Garn daraus entstehen kann. Heutzutage, obwohl der ganze Prozess in vielen Aspekten automatisch ist, unterscheidet sich der Verlauf nicht viel von dem traditionellen.

Superkräfte von Leinen

Viele Forschungen beweisen, dass Kleidung aus Leinen u.a.:

- sich durch sehr hohe higienische Werte auszeichnet, die für optimales Mikroklima im Bereich Haut-Kleidung sorgen

- porsitiv auf den Körper wirkt, keine Allergien bewirkt, das Immunsystem stärkt und bakteriostatische und anitbakterielle Eigenschaften besitzt

- keine größeren Tendenzen für Müdigkeit im Körper bewirkt, wie es bei Kleidung aus Kunstfaser passiert

- keine größere Schweißbildung bewirkt, sowie steigert die Körpertemperatur nicht

- keine elektrostatische Ladungauf der Oberfläche ansammelt

Darüber hinaus besitzen Leinenfaser in ihrer Zusammensetzung Zellstoffe, die sehr gut UV-Strahlung absorbieren.Leinen ist sehr hygroskopisch und kann sehr schnell Feuchtigkeit absorbieren. Es kann sogar bis zu 20% seines eigenen Gewicht absorbieren und dabei immer noch selbst trocken bleiben! Daher ist Leinen so "frisch" und kühl im Gefühl und ist perfekt für Sommer!

Und wenn das noch nicht genug wäre, ist Leinen auch für außergewöhnliche Langlebigkeit bekannt. Man könnte sagen - je älter, desto besser! Jedes Waschen bewirkt, dass er stärker, mehr scheinend und weich wird. Ganz cool, nicht wahr?

Quelle:

Geschichte von Leinen

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