KOKOworld in Brasilien: auf dem Weg des Goldes


Obwohl KOKOworld seit Anfang an stark mit Afrika verbunden ist, ist die Idee für das Label eigentlich ein paar Jahre her in Südamerika entstanden, genauer gesagt in Peru. Dort haben sich Agata und Emilia zum ersten Mal bei einem Volontariat getroffen. Es war übrigens ein Filmprojekt, und wie Ihr schon bestimmt wisst, KOKO liebt Filme! Daher als die Gelegenheit erschien, auf dieses Kontinent zurückzukehren, hatte niemand Zweifel. Und somit ist das Drei-Personen-Team Anfang Januar in Rio de Janeiro gelandet. Ihr wisst bereits, wie wir diese Zeit persönlich genossen haben, aber das Hauptziel war neue Stoffe und Handwerker aufzusuchen. Hier erfahrt Ihr, wie es uns gelungen ist!



Die Größe und Vielfältigkeit Brasiliens ist überwältigend und wahrscheinlich könnte man während eines ganzen Leben nicht alles entdecken, was diese Land anzubieten hat. Für unsere erste, aber bestimmt nicht letzte Reise, haben wir Rio de Janeiro gewählt. Ein Grund dafür war auch, dass diese Stadt 2016 zur Lateinamerikas Hauptstadt des Fairen Handels benannt wurde. Es war zugleich die zweite Stadt in Südamerika, die diesen Titel mit Stolz tragen kann.


Wir müssen zwar zugeben, dass wir auch während Reisen gerne spontan wirken und haben uns schon oftmals überzeugt, dass viel positives passiert, wenn man einfach den Zufall wirken lässt. Wenn es aber um die Suche nach Stoffen und Handwerkern geht, wissen wir auch, dass es genauso wichtig ist seine Hausaufgaben zu machen und sich gut vorzubereiten. Wie es sich heraustellte, war Rio und seine Umgebung keine einfaches Gebiet im Kontext des Fairen Handels.



Brasilien ist eines der führenden Länder in Kaffee-Export und wenn wir von Fair Trade denken, denken wir wohl erstmal von Kaffee. Kaffee ist ja auch eines der ersten Produkte, dass in der Geschichte von fair trade zertifiziert wurde. Und Rio de Janeiro erhielte 2016 den Status Stadt des Fairen Handels - “Cidade do Comércio Justo e Solidário” und als solche Stadt bemüht es sich den Konsum von gesunden Produkten und Produkten, die gemäß der Richtlinien des Fairen Handels hergestellt werden, zu fordern. Es veranstaltet also Organische Messen und arbeitet an der Route der Sozialwirtschaft, aber bis jetzt konzentrieren sich diese Aktivitäten im Bereich Nahrung und Lebensmittel. Es scheint also, dass besonders bei Stoffen, das immer noch ein neues Thema ist. Darüberhinaus haben wir bei WFTO Brasil erfahren, dass es noch keinen Hersteller von Stoffen gibt, der das Zertifikat besitzen würde.



Und das Potenzial ist groß, denn abgesehen von Kaffee, wird in Brasilien auch Baumwolle angebaut, die dieses Land in den führenden Exporteuren der Welt platziert. In Osten Brasiliens gelegen, war die Region Minas Gerais seit immer wichtig für die Wirtschaft des Landes - in der Vergangenheit wegen Gold, später auch wegen der Textilindustrie. Desto trauriger war für uns die Nachricht, dass die meisten Textilhersteller in dieser Region einfach Bankrott gegangen sind, denn sie konnten die mit den Preisen der Konkurrenz aus China nicht mithalten. Umso mehr sehen wir, wie wichtig es ist lokale Unternehmen zu unterstützen, mit Siegel oder ohne. Und aus einem solcher Orte, aus der Stadt Cataguases genau gesagt, stammen Stoffe mit einzigartigen Muster, die wir für Euch mitgebracht haben. Genau dort werden Stoffe aus brasilianischer Baumwolle hergestellt, die auch dort mit bunten Mustern bedruckt werden! Wir hoffen, sie werden Euch gefallen! Besonders, da Textilien das Fachgebiet von Cataguases ist, die diese Stadt auf ganz Brasilien bekannt gemacht haben.



Während unseres Aufenthalts in Rio de Janeiro hatten wir auch die Gelegenheit eines der ältesten Textilunternehmen zu besuchen – Casa Pinto, die seit 1939 tätig sind. Heutzutage kann man zwar in ihrem Angebot viele importierte Stoffe finden, doch es fehlt auch nicht brasilianische Baumwolle! Wir haben auch mit Neugierde den Weg des Goldes (Caminho do Ouro) entdeckt, der an der Wende des XVIII Jahrhunderts von Sklaven errichtet wurde und die Goldminen in Minas Gerais mit Rio de Janeiro und Paraty verbindete.

Heutzutage ist Caminho eine wunderbare Trekkingroute, an der sich viele Werkstätte von Handwerkern befinden. In der Umgebung von Paraty haben wir hauptsächlich Keramik-Werkstätte gesehen, aber nicht nur solche! Dort haben wir auch das sympathische Team des Atelier Artuso getroffen, die in ihrer Kunst alles recyceln, was sich nur recyceln lässt, vor allem aber Glas! Die Route ist in dieser Umgebung auch mit vielen Wasserfällen und magischen Orten am Fluss verziert.



Das alles bewirkte, das wir nur noch mehr Appetit für Brasilien haben und werden bestimmt mit Freude zurürckkommen, um die Schätze dort zu entdecken. Und wir werden auf jeden Fall etwas für Euch mitbringen!

KOKOworld