Menschenrechte im Ausverkauf?

Wir glauben, dass es die Pflicht von jedem von uns ist, sich darüber zu kümmern, was wichtig ist. Wir glauben, dass Veränderungen - die Guten sowie die Bösen - nicht nur Folgen von Entscheidungen der Regierungen und großer internationaler Organisationen sind. Wir glauben, dass ihre Quelle in unseren tagtäglichen Entscheidungen liegt. Und so eine wichtige Entscheidung kann z.B. das Nutzen oder Verzichten auf Neujahrsausverkäufe sein.

70 Jahre her, am 10. Dezember 1948, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte angenommen, das wichtigste Dokument bezüglich Menschenrechte, das je im internationalen Kontext anerkannt wurde. Am 10 Dezember wird auf der ganzen Welt der Tag der Menschenrechte gefeiert. Aber trotz 70 Jahren bleibt immer noch viel zu tun. Deswegen ist es für uns wichtig an Menschenrechte zu erinnern, damit sie im Alltag nicht untergehen. Damit wir nicht nur im Einklang mit ihnen vorgehen, sondern auch reagieren auch wenn sie nur im kleinen Ausmaß verletzt werden. Wir sind davon überzeugt, dass Menschenrechte kein Abstrakt sind, ganz im Gegenteil, sie sind aktuell hier und jetzt.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte besteht aus einer Päambel und 30 Artikeln. Es war das bahnbrechende Dokument, das zum ersten mal alle unveräußerliche Menschenrechte beinhaltete, solche wie das Recht zum Leben, zur Gesundheit und zum würdigem Lebensniveau. Sie wurde von Vertretern aller REgionen der Welt erstellt, in Anlehnung an alle Rechtssysteme und stellt das fundamentale Kanon alle Rechte dar, die allen Menschen zustehen unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politische Ansichten oder anderen Überzeugungen, Nationalität, sozialen Status, Vermögen oder jegliche andere Unterschiede.

Heutzutage, nach 70 Jahren vom Verabschieden der Erklärung, sind laut Global Slavery Index der Walk Free Foundation immer noch 40 Millionen Menschen von moderner Sklaverei bedroht, davon sind 10 Millionen Kinder. Es wird geschätzt, dass 821 Millionen Menschen, also jede 19. Person, 2018 Hunger erfahren hat (laut Institut für Globale Verantwortlichkeit).

Wir glauben, dass jeder von uns diese Situation beeinflussen kann. Wir als Unternehmen bemühen uns im Einklang mit den Richtlinien des Fairen Handels zu funktionieren. Es gibt einige Menschenrechte, die in der Erklärung erwähnt sind, die direkt vom Fairen Handel unterstützt werden, darunter diese in den Artikeln 1, 2, 3, 4, 23 24, 25.

Oft wenn wir von solchen Ideen denken, scheint uns, dass wir keinen Einfluss darauf haben. Dass sie so erhoben sind, dass sie überwältigend werden und vor allem, dass wenn sie gebrochen werden, kann uns das nicht betreffen. Aber wenn wir in unseren Schrank schauen oder vorsichtig Produkte in unserer Küche oder im Badezimmer betrachten, kann sich genau das Gegenteil ergeben. Es reicht sich eine einfache Frage zu stellen. Wieviele Personen waren in die Herstellung eines T-Shirts engagiert, das ich gerade trage? Welche Belohnung konnten sie erhalten? Ist der Preis für dieses Produkt, besonders wenn es weit von hier produziert wurde, angemessen und ermöglicht eine faire Bezahlung? Die globale Wirtschaft kann kompliziert werden, aber es reicht sich für einen Moment anzuhalten und ohne weiteres sich selbst zu fragen: ist es möglich, das Personen, die bei der Herstellung eines T-Shirts mitgewirkt haben, Chancen für Erholung, würdige Arbeitsbedingungen, zur Gestaltung von Verbänden - und im Endeffekt Chancen für echte Freiheit hatten?

Gleich nach Weihnachten starten in vielen Läden große Ausverkäufe. Wir empfehlen euch allen an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu denken und sich die oben genannten Fragen zu stellen wenn wir auf Etiketts mit durchgestrichenen Preisen schauen. Denn jede Veröderung beginnt mit einer Person. Und das kann jeder von uns sein. Wir wollen diese Person sein. Machst du mit?


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