#myfairtrade - Joanna Baranowska


"Begrenzen wir den Konsum. Hören wir auf, auf Werbungen zu hören, auf niedrige Preise zu achten, denn hinter ihnen steht immer jemand, der benachteiligt ist." sagt Joanna Baranowska vom polnischen Blog organiczni.eu, die eine Weile her uns in unserem Store und im Büro in Krakau besucht hat und seitdem ständig in Kontakt mit uns bleibt, denn sie glaubt so stark wie wir an Fair Trade un Umweltschutz.

KOKOworld: Was bedeutet für Dich Fair Trade im Alltag?

Joanna: Fair Trade im Alltag? Das ist vor allem die Wachsamkeit des bewussten Konsumenten. Heute kann uns nur Wissensdrang Auskunft darüber sichern, ob wir ethische Produkte kaufen. In ein paar Jahren habe ich schon einige Gewohnheiten gebildet, die mir Konsumentscheidungen erleichtern. Jetzt versuche ich darüber zu schreiben und zu sprechen, damit möglichst viele Leute verstehen, dass Konsumentscheidungen Market steuern können und wirklich Bedürftigen helfen können. Ich wirke mit in der Kooperatywa Dobrze (wortwörtlich aus dem polnischen - Genossenschaft Gut), die in zwei Läden vor allem lokale Lebensmittel von befreundeten Bauern verkauft. Das Ziel ist, gute, ökologische Landwirtschaft zu unterstützen - wir geben einen guten Preis, damit die Bauer das Gefühl haben, dass sie eine ehrliche Bezahlung für ihre Arbeit erhalten. Ich weiß, dass nicht alle sich bewusst sind, woher einige Preise kommen. Deshalb ist es so wichtig, eine würdige Bezahlung für gute Arbeit zu fordern. Das ist ein Beispiel für lokalen Gerechten Handel.

In den Läden haben wir auch Produkte mit dem Fair Trade Siegel, die von weit entfernten Ländern stammen. Somit unterstützen wir die Autonomie der Zapatisten in Chiapas (Kaffee) oder der Arbeiter von Bananen-Plantationen in der Dominikanischen Republik. Hinter jedem solchen Produkt steht eine Geschichte und echte Leute. Das ist für mich wichtig.

KOKOworld: Wie versuchst Du die Idee von Fair Trade im Alltag zu verwirklichen?

Joanna: Ich versuche die Regeln von Fair Trade zu verwirklichen, indem ich nicht nur ethische Produkte auswähle, aber auch daran denke, dass jede Bemühung jeder Person, die mir hilft - wenn auch sie auf meine Kinder aufpasst - richtig anerkannt werden sollte. Manchmal ist es sehr schwierig, um jemanden für einen Gefallen zu belohnen, denn man muss eine entsprechende MEthode wählen, um jemanden z.B. nicht zu verletzen. Manchmal ist es auch schwer einzusehen, dass jemand uns tatsächlich einen Gefallen macht. Daher sollte man wachsam sein und man sollte Dankbarkeit ausdrücken können. Man sollte auch selbst seine Hilfe anbieten können.



KOKOworld: Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen in diesem Bereich?

Joanna: Die größte Herausforderung ist das Verbreiten der Idee von Fair Trade und das ausbilden von Leuten, die davon noch nie gehört haben. Aber das ist nicht alles. Ein Teil von Menschen haben Hemmungen eine Idee zu unterstützen, in der es darum geht, fremden Menschen am anderen Ende der Welt zu helfen, denn “in Polen gibt es auch bedürftige Kinder und da sollten wir anfangen”. Ich gehe davon aus, dass man auf verschiedene Arten helfen kann und wenn jemand sich auf polnischen Kindern konzentriert, ist das toll. Aber wenn wir schon solche Produkte kaufen, wie Kakao oder Kaffee, können wir manchmal ein paar Euro mehr für ein ethisches Produkt bezahlen, welches zusätzlich noch besser schmeckt.

Wenn es um Mode geht, ist hier die Herausforderung wohl noch größer. Leute haben sich daran gewohnt, dass sie ständig kaufen, obwohl sie gar nicht solche große Notwendigkeit nach Kleidung spüren! Die Jagd hinterher der Mode erschreckt mich. Ich versuche Trends zu boykottieren und keine Kleidung zu kaufen, und wenn schon, dann wähle ich ethische Mode. Zum Glück haben wir in Polen eine immer größere Wahl an ethischer Kleidung - also solcher, die mit Respekt zu Arbeitern gefertigt wurde, mit Hinsicht auf ihre Sicherheit und ihr Leben abgesehen von der Arbeit. Diese Teile sind teuer in der Meinung von durchschnittlichen Konsumenten, aber ihre Qualität ist in der Regel viel höher als der Kleidung aus Kettenläden.

Ich denke, wir brauchen mehr Aktionen, die zeigen, dass Mode eine große Manipulation ist und das wir gar nicht jeden Monat einzukaufen brauchen. Dass es sich lohnt, nachhaltige Mode zu wählen, darunter auch Teile aus Secondhands und aus Recycling. Unser Planet wir irgendwann keine ausreichende Produktivität mehr haben, damit für alles, was wir produzieren wollen, Ressourcen reichen.

KOKOworld: Dein Rezept für nachhaltige Mode?

Joanna: Mein Rezept für nachhaltige Mode ist ganz einfach. Vor allem: völliger Boykott von Modemarken, deren Inhaber den Ursprung ihrer Produkte nicht transparent aufweisen können. Ich betreibe kein Shopping, ich schaue nicht in Kettenläden rein, mich lockt das Wort “Sonderangebot” nicht an. Ich lerne Fallen zu erkennen und zu ignorieren, mit denen Unternehmen Konsumenten dazu bringen wollen, das sie unnötige Sachen kaufen. Das ist sehr schwierig, denn sogar ethische Mode greift zu Marketingmaßnahmen und ist es für mich wirklich schwer “Nein” zu sagen. Aber ich versuche jeden Einkauf zu rationalisieren und dabei gehts nicht um den Geldbeutel, sondern darum, wie viel Sachen ich in meinem Kleiderschrank habe. Ich bin mir sicher, dass ich sowieso zu viele Sachen habe. Ich strebe an, sie zu einer Kleidungsbasis zu begrenzen, die ausschließlich aus ethischen Produkten besteht (die ethischen Ursprung haben oder z.B. aus einem Austausch mit Freunden stammen).

Sachen, auf die ich beim Kaufen von neuer Kleidung achte, sind: brauche ich das wirklich und passt es mir, wen ich dabei unterstütze (ich kaufe z.B. nie Kleidung in Supermärkten, denn somit würde ich das falsche Subjekt unterstützen), wo wurde es produziert und durch wen, aus welchen Stoffen. Ich habe sehr lange nach ethischen, schönen Jeans gesucht, die kein Vermögen kosten und in Polen erhältlich wären. Ich habe es geschafft, ich besitze jetzt zwei Paar Jeans der schwedischen Firma Nudie Jeans, die über jedes Element der Hosen ausführlich berichtet, auch über den Aufnäher mit Logo (übrigens in Polen hergestellt). Laut der Empfehlung des Produzenten, wasche ich sie nicht oft, um den Wasserverbrauch der Produktion auszugleichen. Ich kann sehen, dass ich sie jahrelang tragen werde, denn die Firma sorgt sich nicht nur um die Arbeiter, sondern auch um die Qualität der Produkte. Also lautet das Rezept für nachhaltige Mode Einkäufe zum absoluten Minimum zu begrenzen und richtig gute Produkte von ehrlichen Marken zu wählen.

KOKOworld: Welche Nachricht würdest Du gerne der ganzen Welt zur Global Education Week mitteilen?

Joanna: OMeine Nachricht lautet: begrenzen wir den Konsum. Hören wir auf, auf Werbungen zu hören, auf niedrige Preise zu achten, denn hinter ihnen steht immer jemand, der benachteiligt ist. Vermeiden wir Supermärkte und Diskonts, konzentrieren wir uns auf lokalen Gütern. Und wenn wir Produkte aus dem Ausland brauchen, kaufen wir sie seltener, aber wählen wir die jeweils ethischen. Zumindest ab und zu!

Und du? Wie würdest du diese Fragen beantworten? Mach mit und schicke uns oder poste dein Bild mit dem Tag #myfairtrade! Die Grafik findest du HIER.


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