#myfairtrade - Kasia Podgorni


Vom 18 bis zum 26. November findet die 19. Edition der Global Education Week statt, bei der KOKOworld wiedermal mitmacht! Unsere WEG steht im Zeichen von #myfairtrade - wir laden ein zur Interview-Serie zum Thema Fair Trade und nachhaltige Mode!

Wir haben Bloggern, Designern, Aktivisten 5 kurze Fragen gestellt. Heute beantwortet sie für uns die Yogini Kasia Podgorni.

KOKOworld: Was bedeutet für Dich Fair Trade im Alltag?

Kasia: PIch sehe das als einfacher Konsument, der mit Hilfe seines Geldbeutels eine große Macht hat, um sich für bestimmte Werte und Ideen auszusprechen. Fair Trade ist für mich viel mehr als nur Zertifizierung. Die wirklich wichtige Frage lautet - bin ich in Ordnung gegenüber der Welt und mich selbst, wenn ich gerade dieses Produkt kaufe? Und dabei geht es nicht nur um die Umwelt, die von der Produktion belastet wird und nicht nur um unfairer und nicht ethische Praktiken von Großunternehmen. Für mich bedeutet Fair Trade sich vor allem Gedanken zu machen, wer am Ende von meinem Einkauf profitiert, wo mein Geld im Endeffekt trifft und wen unterstütze ich somit. Wieviel verdient die Person, die das Gut hergestellt hat? In welchen Bedingungen ist es entstanden? Trage ich zur Umweltverschmutzung bei? Verschwende ich nicht irgendwelche Ressourcen, indem ich mich für einen Einkauf entscheide?

KOKOworld: Wie versuchst Du die Idee von Fair Trade im Alltag zu verwirklichen?

Kasia: Ich achte sehr darauf, dass mein Geld zu bestimmten Personen geht - zu Maria vom Gemüse-Stand oder zur Inhaberin des kleines Geschäftes nebenan, anstatt in die Kasse von Supermarkts. Ich bezahle lieber etwas mehr und habe das Gefühl, dass ich lokale Unternehmen unterstütze. Ich setze auch auf lokale Produkte - Nahrungsmittel, Kleidung und Schuhe von polnischen Produzenten. Wenn ich etwas während meiner Reisen kaufe, spreche ich gerne mit dem Verkäufer, um etwas über ihn zu erfahren, über die Produkte, die er anbietet, über die Handwerker und lokalen Produzenten, die sie hergestellt haben.Letztens achte ich auch sehr darauf, um keine Ressourcen zu verschwenden, wie Energie, Geld. Daher versuche ich Sachen zu reparieren, anstatt neue zu kaufen, die Anzahl an Verpackungen zu begrenzen und solche Produkte zu wählen, deren Verpackungen leicht recycelt werden können (also - so weit wie möglich weg von Plastik).



KOKOworld: Was sind Deiner Meinung nach die größten Herausforderungen in diesem Bereich?

Kasia: Ich denke, dass eine Chance und gleichzeitig eine Bedrohung für die Idee des Gerechten Handels ist auf globaler Ebene zur Bewusstheit der Menschen zu gelangen und ein Wert zu werden, nach dem die Konsumenten entscheiden. Wir wollen eine Welt, in der Arbeit respektiert wird, kleine Hersteller eine Chance für würdige Bezahlung haben und die Umwelt nicht von der Produktion von Gütern leidet. Wir wollen auch, dass Leute sich ethische Mode leisten können, sowie ethische Nahrung und Möbel, genauso wie sie sich massenproduzierte Produkte leisten können. Leider befürchte ich, dass bei Fair Trade jemand früher oder später eine gute Gelegenheit für Profit entdeckt. Und es wird nicht mehr um Fair gehen, sondern hauptsächlich um Trade...

KOKOworld: Dein Rezept für nachhaltige Mode?

Kasia: Ein würdig bezahlter Schöpfer (Designer, Schneider, Handwerker) ist die Grundlage. Ich will das Gefühl haben, dass der Preis, den ich für ein Kleid zahle, obwohl er höher ist als im Kettenladen, direkt den Wohlstand derjenigen beeinflusst, die an der Herstellung des Kleides gearbeitet haben. Ich achte auch auf den Ursprung der Stoffe und die Qualität der Fertigung. Denn je höher die Qualität, desto länger wird das Kleid nutzbar sein und wird später zum Abfall (oder auch nicht, wir kennen doch alle diese alten Mäntel, Jackets und Röcke, die scheinbar keine Ende haben!)

KOKOworld: Welche Nachricht würdest Du gerne der ganzen Welt zur Global Education Week mitteilen?

Kasia: Nachhaltige Entwicklung hängt von UNS ab. Von unseren tagtäglichen Entscheidungen. Wir, normale Leute, haben eine große Macht, dank der wir uns über die Umwelt kümmern können, uns gegen die Arbeitsbedingungen in Ländern der Dritten Welt aussprechen können, unsere Nachbarn unterstützen können. Man muss nur über solch eine banale Tätigkeit wie Einkäufe nachdenken.

Schaue vorbei bei anderen Interviews der Serie #myfairtrade und schließe dich an! Schicke uns ein Bild mit dem Tag #myfairtrade oder poste es einfach in deinen Social Media! Die passende Grafik findest du HIER.


KOKOworld